Einmal im Nationaltrikot starten zu dürfen ist der große Traum vieler Athleten. Für den jungen Dortmunder Stabhochspringer Ben Duwenbeck könnte aus dem Traum schon bald Realität werden - und das mit gerade einmal 18 Jahren. So übersprang Duwenbeck am Samstag (09. Mai) im Rahmen des Wasserburger Altstadtspringens 5,12 Meter und erfüllte damit die Norm für die U20-Weltmeisterschaften Anfang August dieses Jahres im US-amerikanischen Eugene.
Das traditionsreiche Wasserburger Altstadtspringen mitten in der Altstadt von Wasserburg am Inn bot für die Normerfüllung eine besondere Bühne. „Das Publikum war, wie jedes Jahr, wieder sehr motivierend und hat uns leidenschaftlich unterstützt. Es macht große Freude, vor so einer Kulisse zu springen, vor allem, weil es outdoor in der Altstadt so wenig Distanz zwischen uns Athletinnen und Athleten und den Zuschauern gibt“, berichtete Duwenbeck über die Stimmung beim Meeting. Eingekesselt von den Zuschauern, entwickelte sich für Ben Duwenbeck ein intensiver Wettkampf. „Ich hatte zunächst Schwierigkeiten mich auf den Anlaufsteg einzustellen, weshalb die ersten Sprünge nicht sehr sicher waren und ich ein paar Mal die Latte gerissen habe. Ab 4,90 Meter war ich dann im Flow und ich wusste, dass der Ablauf stimmt.“ Die 5,12 Meter, gleichbedeutend mit der U20-WM-Norm, gelangen ihm schließlich im ersten Versuch.
"Ich wusste, dass ich die Höhe springen kann"
Die Norm für die U20-WM zu erfüllen und der erste Start im deutschen Nationaltrikot war für Ben Duwenbeck mit eines der großen Ziele dieser Saison, nachdem er bereits in der Hallensaison 2025/26 5,15 Meter übersprungen hatte und deutscher Meister in seiner Altersklasse U20 wurde. Nach intensiver Vorbereitung war das Wasserburger Altstadtspringen nun das erste Highlight der jetzigen Saison. „Ich wusste, dass ich die Höhe springen kann, und ich habe im Trainingslager gemerkt, dass die Form stimmt. Dennoch habe ich nicht erwartet, dass es mir so früh in der Saison gelingt. Ich bin sehr erleichtert, es direkt im ersten Versuch geschafft zu haben. Das gibt viel Mut für die nächsten Wettkämpfe“, resümierte Duwenbeck.
Zu hundert Prozent kann Ben Duwenbeck mit der U20-WM aber noch nicht planen. So vergibt der Deutsche Leichtathletik-Verband im Stabhochsprung nur zwei WM-Tickets, und die Saison ist noch jung. Andere Athleten können bei der Normerfüllung noch nachziehen. Bei mehr als zwei Athleten, die die Norm erfüllt haben, entscheidet schlussendlich die Platzierung bei der Deutschen Meisterschaft der U20 Mitte Juli in Bochum-Wattenscheid über den WM-Start. Nur die zwei bestplatzierten Athleten mit WM-Norm fahren dann mit nach Eugene. Die Norm für die U20-DM hat Ben Duwenbeck mit den übersprungenen 5,12 Metern in Wasserburg jedenfalls abhaken können. Er zuversichtlich, dass er bei der U20-WM auch tatsächlich starten wird.
Mit einem Start bei der diesjährigen U20-WM würde für den Schüler des Goethe Gymnasiums ein großer Traum in Erfüllung gehen. „Ich habe es die letzten Jahre aufgrund diverser Verletzungen nicht geschafft, mich international zu qualifizieren, obwohl es vom Leistungsniveau möglich gewesen wäre.“ Sein Ziel für die mögliche U20-WM ist bereits klar: Die Qualifikation für das Finale.
Dank an den Trainer
Unter der Leitung seines Trainers Eike Gruber trainiert Ben Duwenbeck sechsmal die Woche. Seinem Trainer ist er sehr dankbar. „Er hat mir noch einmal zu einem neuen sportlichen Niveau verholfen.“ Eine große Motivation ist seine Trainingsgruppe. „Ich bin nach der letzten Saison zu den Älteren gewechselt und bin sehr zufrieden. In unserer Gruppe ist jeder schon einmal für Deutschland gestartet. Das motiviert einen sehr, nachzuziehen.“ Sein Land bei der WM repräsentieren zu dürfen, würde ihm viel bedeuten: „Es war immer mein Ziel, für Deutschland zu starten. Es ist die größtmögliche Belohnung dafür, dass man jeden Tag für den Erfolg arbeitet.“
[Max Wallinda]