Die Laufszene hat sich in den letzten Jahren zunehmend kommerzialisiert. Doch es gibt noch die Ausnahmen. Zu den Vereinen, die in erster Linie auf ehrenamtliches Engagement setzen, zählt unter anderem die Viermärker Waldlauf Gemeinschaft Dortmund, die am 13. Juni auf dem Gelände des Gisbert-vom-Romberg-Berufskollegs- direkt in der Nähe des Rombergparks- ihren 50. Geburtstag feierte.
Ehrenamt, statt finanzielle Interessen. „Wir heißen nicht ohne Grund Gemeinschaft. Diese hält uns schon seit einem halben Jahrhundert zusammen. Menschsein bedeutet bei uns nicht nur Begegnung, sondern auch auch Bewegung. So haben wir es auch geschafft, unser Programm im Laufe der Jahre immer mehr zu erweitern. So befindet sich inzwischen neben dem Laufen, auch Radfahren, Triathlon sowie Walking und Nordic-Walking in unserem Angebot. Zudem haben unsere vielen Gemeinschaftsveranstaltungen und Wettkampfreisen unser Zusammengehörigkeitsgefühl enorm fördert, sodass wir uns zu einem lebendigen Breitensportverein entwickelt haben,“ betonte der langjährige Vorsitzende der Viermärker Walldlauf Gemeinschaft, Dr. Alexander Puplick, anlässlich der Jubiläums-Veranstaltung.
Ute Mais lobt die Viermärker Waldlauf Gemeinschaft vor vorbildliches Engagement
Dies bestätigte auch Dortmunds Bürgermeisterin Ute Mais. Die Viermärker Waldlauf Gemeinschaft bildet für mich ein Musterbeispiel dafür, das man mit Sport vieles erreichen kann. Ich finde es zudem großartig, dass man heutzutage noch Leute findet, die sich wie bei der Viermärker Waldlauf Gemeinschaft noch in einem Verein engagieren.
Es toll, was der Verein in den letzten fünf Jahrzehnten alles auf den Weg gebracht hat. Im Namen der Stadt Dortmund möchte ich mich für soviel Engagement und Herzblut bedanken,“ sagte Ute Mais, die selbst eine begeisterte Hobby-Läuferin ist.

Anerkennende Worte für die Viermärker WG. Von links Michael Adel, Elisabeth Brand. Ute Mais und Dr. Alexander Puplick (Foto: Middel)
Michael Adel: "Beim Laufen kann man viele Freunde gewinnen"
Für den Kreis-Leichtathletik-Vorsitzenden Michael Adel ist die Viermärker Waldlauf Gemeinschaft ein Verein, deren Mitglieder nicht am lautesten jubeln, sondern am leisesten mitanfassen: „Die vielen stillen Helferinnen und Helfer im Hintergrund sind für das Vereinsleben unwahrscheinlich wichtig.Ihr großer Einsatz sorgt auch dafür, dass sich Menschen durch den Sport austauschen und somit neue Freunde gewinnen können.“ unterstrich Michael Adel.
Die Laufszene in Dortmund ganz entscheidend mitgeprägt hat Elisabeth Brand. Die inzwischen 91-jährige Ehren-Vorsitzende der Viermärker Waldlauf Gemeinschaft erinnerte an den früheren Druckerei-Besitzer Enzio Busche, der 1974 die Lauftreff-Bewegung ins Leben rief, weil er nach einer überstanden Erkrankung von dem Gesundheitswert des Laufens überzeugt war.
Da die Lauftreff-Teilnehmer nicht versichert waren, musste aus rechtlichen Gründen ein Verein gegründet werden. Dies war dann 1976 die Geburtsstunde der Viermärker Waldlauf Gemeinschaft.
Elisabeth Brand prägte die Laufszene in Dortmund
Elisabeth Brand leitete den Verein 1978 bis 1990 und übergab dann den Staffelstab an Dr. Alexander Puplick ab. Darüber hinaus engagierte sich die Multi-Funktionärin in der Deutschen Triathlon- Union, im Deutschen Sportbund und im Stadtsportbund. Elisabeth Brand galt im Deutschen Sport lange Zeit als eine starke Stimme für Frauenrechte und Gleichstellung im Sport.
Sie hat diesbezüglich viel erreicht-vor allem auch in ihrem Verein. So sind bei der Viermärker Waldlauf Gemeinschaft alle Vorstandsämter bis auf eine Ausnahme weiblich besetzt, und bei den Lauftreffs ist die Frauen- Quote schon lange erreicht.
Vorurteile inzwischen abgebaut
Elisabeth Brand kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als Spaziergänger ihr und ihrer Lauffreundin Christel Stemann zuriefen: „Ihr solltet zuhause lieber eure Ecken sauer machen, als hier durch den Wald zu laufen.“ Einige Frauen hatten zudem die Befürchtung, dass beim Laufen ihre Frisur zu sehr zerzaust würde, und sie kleidungsmäßig nicht richtig ausgerüstet wären.
Dass diese Zeiten schon lange der Vergangenheit angehören. Dazu hat sicherlich auch Elisabeth Brands unermüdliches Engagement mit beigetragen.
[Peter Middel]