Riesenfreude über das Bundesverdienstkreuz! Der Fußballkreis hat einen Vorsitzenden, aber am Freitag huldigte er seinem König. Lothar König (80), jahrzehntelang Staffelleiter, erhielt im Rathaus aus den Händen des Oberbürgermeisters Alexander Kalouti das Bundesverdienstkreuz am Bande für seine Verdienste für den Fußball und die Gesellschaft. Chris Winter, der bekannte Schiedsrichter, hatte Lothar König vorgeschlagen.
Und nach eingängiger Prüfung war klar, die von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnete Urkunde kommt nach Dortmund. „Wohl jeder im Fußballkreis, aber auch jeder, der Lothar kennt, sagt, dass genau der Richtige diese hohe Auszeichnung erhält“, freute sich der Kreisvorsitzende Andreas Edelstein mit dem König vieler Dortmunder Herzen. Und dieser war selbst tief beeindruckt: „Das ist eine ganz große Ehre für mich, weil diese Auszeichnung nur an Ehrenamtler geht. Alleine die Amtskette des Oberbürgermeisters hat mir imponiert, aber alle, die da waren, haben mir einen tollen Tag beschert.“Aber dieser Lothar König hat das Bundesverdienstkreuz nun wirklich völlig verdient. Das Wirken Lothar Königs, den die Menschen auch wegen seines ruhigen, freundlichen, aber auch bescheidenen Wesens schätzen, beschränkte sich aber längst nicht nur auf 24 Jahre Kreisarbeit: „Ich bin 68 Jahre dem Fußball hinterhergelaufen“, erzählt er mit seiner Bärenruhe. Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Vorstand des Wambeler SV war er, ehe er 2002 in verschiedenen Funktionen, aktuell als Kreisliga- und Nachwuchsligen-Staffelleiter, zu wirken begann. Der Fußball war immer Balsam für Lothar Königs Seele und Motivation, am Leben teilzunehmen. Vor einem Jahr verlor Lothar Köng seine geliebte Frau Ursula. Ein absolut schwerer Schlag! „Ich war natürlich so traurig, aber es hilft ja nichts. Bevor ich zu Hause versauere, gehe ich doch lieber zum Fußball und sehe mir Spiele der Teams meiner Kreisliga A und den Kreisligen der A- und B-Junioren an. Ein Sonntag ohne Fußball war für mich Zeit meines Lebens undenkbar.“
Als Zwölfjähriger kickte er selbst mit den Nachbarskindern und entschied sich, mit ein paar Kollegen zum Verein zu gehen. 68 Jahre später geht er selbst an seinem großen Tag abends noch zum Kronen-Sparkassen-Cup in Brackel. „Früher gab es nur Fußball und Handball. Ich hatte auf der Straße gekickt. Daher gab es nur eine Wahl für mich. Auch heute gibt es nur eine Wahl für mich: Wann immer ein gutes Spiel ist, sehe ich mir Fußball an.“
Zurück in das bewegte Fußballerleben des Lothar König: Seine Schiedsrichterkarriere dauerte nur fünf Jahre. „Als Trainer des SV Brackel 06 bin ich dreimal Zweiter geworden. Erst als ich wieder in Wambel war, hatten die es geschafft.“ Und das alles musste Lothar König unter einen Hut bringen mit Familie und Beruf. „Meine Familie hat mir aber immer ermöglicht, das nebenher zu machen. Ohne sie wäre das gar nicht möglich gewesen.“
Ein Gespräch mit Lothar König kommt trotz anderer Themen immer wieder zu seinem Sport zurück. Seine Staffeln leitet er mit gewohnter Akribie, aber auch immer mit seiner menschlichen Seite. Fast schon bemerkenswert, was der König des Fußballkreises Dortmund alles über „sein Reich“ weiß. Er kennt viele und viel. Lothar König ist keiner, der alten Zeiten hinterhertrauert. Fußball macht dem BVB-Fan und passonierten Radfahrer auch heute mit all seinen Facetten Spaß. Klar, gewisse Entwicklungen duldet auch ein generöser König nicht: „Es gibt zu häufig Gewalt auf den Plätzen. Ja, wir hatten immer mal Schlägereien, aber das passiert mir derzeit viel zu oft. Ich denke, wir müssen unseren Kindern wieder Werte vermitteln. Fairness geht über unbedingten Siegeswillen.“ Worte, die beeindrucken!
Nach der Übergab des Ordens, der Ehrennadel und des üppigen Blumenstraußes lud Lothar König seinen Hofstaat, den er selbstverständlich selbst nie so nennen würde, ins Stadewäldchen. „Meine Kinder und meine engsten Freunde waren da. Das war für mich heute einfach ein wunderschöner Tag.“ Der Fußballkreis ist unfassbar froh, Lothar König zu haben. Alle gratulieren ihm sehr herzlich.
[Alex Nähle]