Der Name Medical4You-Kreisliga A geht Dortmunds Fußballfreunden längst locker über die Lippen. Und nach fünf Spieltagen lässt sich leicht feststellen, dass aus einer Idee eine attraktive Liga geworden ist. Unser Kreisvorsitzender Andreas Edelstein bestätigt das im Interview.
Andreas, immer wieder sagen Beteiligte, Dortmund habe durch die Medical4You-Kreisliga A nach der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Ist das auch dein Eindruck, da du ja oft auch mit deinen Kollegen aus Nachbarkreisen kommunizierst?
Natürlich läuft die Liga jetzt erst ein paar Wochen. Aber ich glaube schon, dass es in diese Richtung geht. Kollegen aus anderen Kreisen, aber auch Vorstände, Trainer oder Zuschauer geben mir mit: ‚Wahnsinn, welchen Stellenwert der Amateurfußball bei euch generell und jetzt noch durch die Medical4You-Kreisliga genießt.‘
Du hast auch Kontakt zu den Klubs aus dieser Liga, bist bei einigen Spielen vor Ort. Was hörst und siehst du?
Dass die Vereine allesamt sehr glücklich mit diesem Format sind. Alleine durch unsere Liveübertragungen der Freitagsspiele und weiterer Top-Begegnungen durch unseren Partner Ruhr Nachrichten erleben sie eine große Aufmerksamkeit. So wie ich das gespiegelt bekomme, steigen aber auch nicht nur die Zuschauerzahlen an den Freitagen, sondern auch an den Sonntagen. Und wenn ich dann den Ex-Profi Sebastian Tyrala in einem Interview höre, wie er sagt, Dortmunds Fußball sei auch wegen der neuen Liga mit ihrem Drumherum einmalig, dann tut das natürlich gut.
Aber das Freitagsspiel hätte jeder gerne mal, selbst wenn es früher vor gewünschten Verlegungen seitens der Vereine öfters hieß, dann hätten nicht alle Spieler Zeit…
Wir legen die Freitagsspiele ja bewusst weit im Voraus fest. Erstens soll jeder mal eins bekommen, zweitens können die Vereine mit ihrem ehrenamtlichen Personal, aber auch mit den Spielern frühzeitig planen. Und ich habe auch das Gefühl, dass die Vereine den Rahmen mit Flutlicht und exklusiver Spielzeit genießen. Die Spiele, die ich an den Abenden gesehen habe, boten einen tollen Rahmen und sehr gute Kulissen. Es ist ja auch die Chance, für Leute der anderen Vereine, sich ihre künftigen Gegner mal anzusehen. Und freitags gehen gerade Fußballfans und Spieler auch mal gerne vor die Tür. Was die Vereine für sie auf die Beine stellen, wie die starke DKMS-Aktion in Dorstfeld, gibt mir das Gefühl, dass wir nicht nur gute Vereine haben, sondern auch mit diesem Format eine gute Idee hatten.
Ein Ziel einer eingleisigen Kreisliga A war, das Niveau zu steigern, aber auch, dass Vereine durch eine für dieses Format notwendige Substanz mitbringen, um nicht frühzeitig den Rückzug antreten zu müssen. Letzteres werden wir im kommenden Sommer sehen, wobei alles stabil wirkt. Wie aber gefallen dir die Spiele?
Ich glaube, dass wir ein besseres fußballerisches Niveau haben als in manchem Vorjahr. Und wir haben innerhalb der Liga eine gewisse Augenhöhe. Ich sehe mit RW Germania und SuS Oespel-Kley zwei Mannschaften oben, die da bestimmt auch bleiben. Dahinter werden sich zwei, drei Teams dranhängen können. Und dann folgt für mich eine große Breite, sowohl im Mittelfeld als auch im Abstiegskampf. Aber ich unterstütze auch, was einige Trainer sagen: Auch ihre zum Teil erfahrenen Mannschaften müssen sich an die Medical4You-Kreisliga A gewöhnen, an andere Gegner, auch daran, dass sie andere Ergebnisse brauchen, um ihre Ziele zu erreichen. Denn die Konkurrenz ist mit Sicherheit stärker geworden.
Bleiben wir beim Positiven: Was macht dir noch Spaß?
Mir gefällt viel, aber ich möchte mal den einzigen Lüner Verein, den BV Brambauer hervorheben. Die nehmen eine Liga mit 17 Dortmunder Klubs und ihnen an, schotten sich nicht ab. Sie spielen guten Fußball, fühlen sich aber sehr gut aufgehoben. Klar, Brambauer ist ja auch direkt hinter der Stadtgrenze. Die Duelle gegen Mannschaften aus dem Stadtbezirk Eving sind ja für sie wie Derbys.
Bist du erleichtert, dass es so gut läuft? Oder warst du schon bei den ersten Überlegungen felsenfest davon überzeugt?
Als wir mit mehreren Personen überlegt hatten, was können wir tun, um den Fußball in Dortmund zu fördern und dauerhaft attraktiv zu machen, dachten wir schon, dass eine eingleisige Liga viele Vorteile hätte. Aber dass dann unser Sponsor Medical4You in dieser Größenordnung einsteigt, die Ruhr Nachrichten uns mit mindestens einem Live-Spiel pro Woche mehr Reichweite geben, war anfangs nur ein Wunsch. Das ist jetzt die Version 1.0. Wir wollen diese Liga auch weiterentwickeln, verlieren aber natürlich nicht die anderen Vereine aus dem Blickfeld.
