Handballer kennen die Forderung: „Das sind zwei Minuten!“ Damit sind nicht gestoppte Zeitabschnitte gemeint, sondern Zeitstrafen. Gerade während der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft gab es diese Form der Sanktionierung auch. Anders als beim Handball aber füllt die bestrafte Mannschaft nach einem Gegentor in Unterzahl sofort wieder auf. Im Übrigen muss eine Mannschaft auch zwei Minuten in Unterzahl spielen, wenn ein Spieler die Rote Karte gesehen hat.
Unsere Junioren kannten die Zeitstrafe auch. Fünf Minuten gab es für bestimmte Unsportlichkeiten. Seit 1. August 2025 ersetzt die Gelb-Rote Karte eine mögliche Zeitstrafe. Die Junioren müssen im Gegensatz zu Senioren aber keine darauf folgende Spielsperre fürchten. Gelb-Rot bedeutet zunächst nur das Aus für die gerade laufende Partie.
Auch Leichtathleten verwenden Bestrafungen. Beim Gehen beispielsweise gibt es die gelbe Kelle, wenn Bodenkontakt und Kniestreckung nicht adäquat sind. Die Rote Karte ist hier die Zeitstrafe, die abhängig von der Strecke in der Aufenthaltszone abzusitzen ist. Drei Rote Karten führen zum Ausscheiden aus der Konkurrenz. Da geht es bei den Fußballern schneller.
Beim Triathlon gibt es die die Drafting-Strafen, das heißt, das Fahren im Windschatten wird sanktioniert. Wer andere blockiert, Streckenmarkierungen nicht einhält, zu lange in der Wechselzone verharrt oder unzulässige Ausrüstung verwendet, erhält ebenfalls eine Zeitstrafe. Diese legen die Veranstalter in den Wettkampfregeln fest. Verbreitet sind 30-Sekunden-Strafen.
Immer wieder fordern Beobachter, im Amateurfußball Zeitstrafen wieder einzuführen. Dass es so kommt, ist derzeit aber nicht absehbar.
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[Alex Nähle]