Leichtathletik

Mohumed Mohamed gewann Hitzeschlacht bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig

Wochenlang hat der Deutsche Leichtathletik-Verband an seinem 45-seitigen Sicherheits- und Hygienekonzept gearbeitet, um trotz der Corona-Pandemie die 120. Deutschen Meisterschaften in Braunschweig der Öffentlichkeit und den Wirtschaftspartnern präsentieren zu können. Für die Athleten und die Zuschauer am Bildschirm war es ein ungewohntes Bild, denn die DLV-Titelkämpfe fanden erstmals in der DLV-Geschichte ohne Publikum statt. Dies führte  nicht automatisch   zu schlechteren Leistungen. Auch die gähnende Leere im Eintracht-Stadion tat der Spannung in einigen Wettbewerben keinen Abbruch.

Für das Highlight sorgte am ersten Meisterschaftstag der Dortmunder Mohamed Muhumed (LG Olympia Dortmund). Im Vorfeld des 5000m-Laufes der Männer war im Vorfeld kein klarer Favorit auszumachen. Bei der für einen Langstreckler fast unerträglichen Temperatur  von 35 Grad lief im 5000m-Lauf der Männer alles auf ein Spurtrennen hinaus, Das Finish eröffnete zwei Runden vor Schluss Florian Orth (LG Telis Finanz Regensburg) mit einer enormen Tempobeschleunigung, doch Mohamed Mohumed war hellwach, klemmte sich an die Fersen des Zahnarztes und zog ihm mit einem grandiosen 350-Meter-Spurt in der letzten Runde  noch den Zahn. In 14:02,75 Minuten ging für den Schützling von Pierre Ayadi mit seinem  souveränen 5.000m-Titelgewinn  vor Maximilian Thorwirth (SFD 75 Düsseldorf-Süd, 14:05,46 Min.)  und Florian Orth (14:06,43 Min.) ein vorläufiger Traum in Erfüllung. „Ich bin sehr glücklich über diesen  Titel. Ich hatte damit ein bisschen geliebäugelt, weil ich über 1.500 Meter mit europäischer Jahresbestzeit 3:38,83 Minuten  sehr gut in die Saison eingestiegen bin,“ erklärte der 21-jährige Dortmunder gegenüber dem Internetportal des DLV, Leichtathletik.de.

Mohamed Mohumed,  dessen großes Ziel im kommenden Jahr die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio ist, hätte mit seiner 1.500m-Top-Zeit sicherlich auch Titelchancen auf der Mittelstrecke gehabt, doch er entschied sich bewusst für die Zwölfeinhalb-Runden-Distanz, weil er seine größeren Perspektiven langfristig über 5.000 Meter und 10.000 Meter sieht.

Mohamed Mohumed ist kein Kind von Traurigkeit, doch auch ihm war die Tropen-Hitze ein wenig zuviel. Daher hatte  er mit seinem Trainer Pierre Ayadi vor dem Rennen abgesprochen, erst einmal abzuwarten und dann erst anzugreifen, wenn es der Rennverlauf erfordert. Dieses Konzept ging für den früheren Fußball-Spieler, der vor kurzem sein Abitur bestand,  voll auf. „Als Florian Orth dann die  Attacke gesetzt  hat, bin direkt mitgegangen. Ich bin überglücklich, aber ich  hoffe, dass ich mich in dieser Saison  noch weiter verbessern kann,“ erklärte der neue 5.000m-Sieger.  Bereits am kommenden Samstag (15. August)  möchte er beim Jump’n’Run-Meeting in Dortmund  seine 5000m- Bestzeit, die aktuell bei 13:54,35 Minuten (2019) steht, in Angriff nehmen.

 

Text/Foto: Peter Middel

 

Bildzeile: Mohamed Mohumed sicherte sich nach taktisch klugem Rennen den 5.000m-Titel (Archiv-Foto)

 

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