Seit 2013 pilgern Dortmunder Fans an die Strobelallee. Nicht nur, um in den traditionsreichen Spielstätten Signal Iduna Park oder Rote Erde Spitzenfußball zu sehen. Die Crème de la Crème des Amateurfußballs trifft sich Jahr für Jahr zur Endrunde der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft in der Helmut-Körnig-Halle. Wo keine Superlative sind, erfindet sie hier keiner. Es gibt sie einfach. Denn die Realität sorgt nicht nur in den großen Stadien für Bestmarken. Die aus der Halle sind in diesem Jahr nur durch Ohrenzeugen belegbar oder wären in Dezibel messbar. Denn die Fans der zwölf Mannschaften der Endrunde setzten Maßstäbe in Sachen Kreativität und besonders Lautstärke.
Dass Fußballkreis und Partner (Sponsoren) einen Fanpreis vergeben, hat auch schon Tradition. Nie aber hatten sich die unterschiedlichen Fangruppen diesen so verdient wie im noch jungen Jahr 2026. Gäbe es eine Reihenfolge, hätte die unfassbare Wucht des Westrich-Fanblocks mit bestimmt 400 Zuschauern einen alleinigen Spitzenplatz ergattert. Die Westricher waren nicht nur grün-rot-bunt, sie waren äußerst kreativ und so laut. Marc Risse, der Erfolgstrainer, erhielt besondere Würdigungen – Gänsehaut und feuchte Augen garantiert. „Das vergesse ich nie“,. erklärte auch Westrichs Leistungsträger Raphael Meißner sichtlich gerührt.
Das Schöne war: Auch die Konkurrenten mischten fair mit. BW Huckarde und TV Brechten machten die am Freitagabend nicht mal komplett ausverkaufte Halle mit ihren Gesängen, Choreografien und bunten Trikots zum Stimmungsmekka Dortmunds. Sie erhielten für ihre eindrucksvollen Darbietungen auch den Fanpreis. Am Samstag drehten dann auch die Fans des TuS Eichlinghofen richtig auf und boten den Westrichern besonders im Halbfinale Paroli. Respekt aber auch an die kleineren Gruppen, die tapfer ihre Teams anfeuerten.
Das funktioniert immer besonders gut, wenn die Zuschauer sich wohlfühlen. Und da kommen die Ausrichter ins Spiel. RW Germania, Mengede 08/20, Urania Lütgendortmund und Westfalia Huckarde teilten sich die vielfältigen Aufgaben. „Nichts würde euch klappen“, hatte unser Kreisvorsitzender Andreas Edelstein bereits in einer Rundmail an viele Ehrenamtliche geschrieben. „Seid stolz auf das, was wir tun.“
Stolz auf das, was sie getan haben, werden viele Personen unter den fast 8500 Zuschauern gewesen sein. Denn diesen Superlativ dürfen sich wirklich alle gönnen: Nie war es so stimmungsvoll und dabei so friedlich wie am Wochenende in der Helmut-Körnig-Halle.
[Alex Nähle]