Drei Schiedsrichter, die Turnierleitung des FLVW-Kreises Dortmund und vor allem viele Menschen, die gemeinsam Fußball spielen wollten: Beim Fußballturnier der Religionen im Hoeschpark zeigte sich am Sonntag, welche verbindende Kraft der Sport entfalten kann.
Am Ende eines langen Turniertages gibt es für Schiedsrichter und Turnierleitung normalerweise einiges zu erzählen. Besondere Spielszenen, knappe Entscheidungen, vielleicht die eine oder andere Diskussion. Nach dem Fußballturnier der Religionen fiel die Bilanz der Vertreter des FLVW-Kreises Dortmund dagegen erfreulich kurz aus: ein rundum gelungener Tag.Der Fußballkreis unterstützte die Veranstaltung mit drei Schiedsrichtern und stellte zudem die Turnierleitung. Auf dem Platz wurde um Tore und Siege gespielt, daneben stand aber vor allem das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt. Die Mannschaften hatten sichtbar Freude am Fußball und begegneten sich über den gesamten Turnierverlauf hinweg mit großem gegenseitigem Respekt.
Das machte sich auch dort bemerkbar, wo es bei einem Fußballturnier naturgemäß unterschiedliche Sichtweisen geben kann. Entscheidungen der Schiedsrichter wurden akzeptiert, Diskussionen mit der Turnierleitung blieben aus und auch Karten waren kein bestimmendes Thema des Tages. Für die Verantwortlichen des Kreises war es damit ein ebenso angenehmer wie unkomplizierter Einsatz. Natürlich lässt sich ein solches Turnier nicht eins zu eins mit einem regulären Spieltag vergleichen. Und doch lohnt sich ein Blick auf das, was im Hoeschpark so gut funktioniert hat.
Denn Fußball lebt vom Wettbewerb. Zwei Mannschaften treten gegeneinander an, beide wollen gewinnen und niemand muss sich dafür entschuldigen, ehrgeizig zu sein. Gleichzeitig lebt unser Sport davon, dass nach einem Zweikampf die Hand gereicht, eine Entscheidung akzeptiert und der Mensch im anderen Trikot respektiert wird.
Genau diese Mischung war an diesem Tag zu erleben.
Und gerade der Rahmen machte sie besonders. Beim Fußballturnier der Religionen begegneten sich Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen, Kulturen und Lebensgeschichten. In einer Zeit, in der religiöse und gesellschaftliche Unterschiede nicht selten Anlass für Abgrenzung und Konflikte sind, ist ein solches Miteinander keineswegs bedeutungslos.
Im Hoeschpark wurden diese Unterschiede nicht ausgeblendet. Sie durften da sein. Entscheidend war vielmehr, wie die Menschen miteinander umgingen: respektvoll, fair und mit der gemeinsamen Freude am Fußball.
Dafür brauchte es keine großen Gesten. Es wurde gespielt, gekämpft, gejubelt und gemeinsam gelacht. Die Mannschaften machten damit auf eine angenehm unaufgeregte Weise deutlich, wofür eine Veranstaltung wie das Fußballturnier der Religionen stehen kann.
Für die drei Schiedsrichter und die Turnierleitung des FLVW-Kreises Dortmund blieb am Ende die Erinnerung an einen entspannten Einsatz, viele angenehme Begegnungen und eine rundum vorbildliche Veranstaltung.
Dass ein solch respektvolles Miteinander auch Woche für Woche den allergrößten Teil des Dortmunder Fußballs prägt, darf dabei ruhig einmal erwähnt werden.
An diesem Sonntag aber gehörte die Bühne den Mannschaften im Hoeschpark. Unterschiedliche Religionen, unterschiedliche Hintergründe und unterschiedliche Trikots – verbunden durch einen Fußball und einen gelungenen gemeinsamen Tag.
[Timo Lammert]
