Bernd Engelhardt ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass man etwas erreichen kann, wenn man ein konkretes Ziel vor Augen hat und es mit Konsequenz verfolgt.
Der Schwerter, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, holte nach einer Schlosserlehre auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nach und studierte Sportwissenschaften und Germanistik für das Lehramt. Anschließend anschließend unterrichtete der Geburtstagsjubilar 30 Jahre am Schwerter Ruhrtal- Gymnasium Sport und Germanistik. Auch in der Leichtathletik war er als Mittelstreckler und Trainer sehr erfolgreich. Darüber hinaus hatte er noch Zeit, sich in der Politik zu engagieren und konnte dort ebenfalls sehr viel bewegen.
Das Laufen begleitet Bernd Engelhardt, der am 7. August seinen 80. Geburtstag feiert, seit frühester Kindheit. Schon als Junge zog er im Innenhof eines Dortmunder Wohnblocks seine ersten Runden – ein früher Hinweis auf jene Leidenschaft, die ihn später zu einem der erfolgreichsten Mittelstreckler Westfalens machen sollte. Mit 13 Jahren trat er der Dortmunder Turngemeinde (DTG) bei und sorgte gleich für Aufsehen: Bei den Westfälischen Waldlaufmeisterschaften 1960 im Hoeschpark gewann er souverän den Titel in der A-Schülerklasse.
In dieser Zeit begegnete er erstmals Läufern, die später Weltklasseformat erreichten – darunter Harald Norpoth, der 1964 in Tokio Olympiazweiter über 5000 Meter wurde. Bernd Engelhardt traf ihn und andere Größen der Szene immer wieder bei Wettkämpfen. Während seiner besten Jahre stand er unter anderem mit dem 5000‑Meter‑Olympiasieger von Tokio, Bob Schul (USA), dem 1500‑Meter‑Europameister Bodo Tümmler und dem früheren 800‑Meter‑Europarekordler Franz Josef Kemper an der Startlinie.
Bernd Engelhardt feierte 1965 seinen großten Erfolg in Mailand
Seinen herausragenden sportlichen Moment erlebte Bernd Engelhardt 1965 beim Junioren-Länderkampf gegen Italien. Im legendären San-Siro-Stadion in Mailand setzte er sich über 1500 Meter in einem packenden Finale gegen Francesco Arese – später Europameister von 1971 – und Wolf‑Jochen Schulte‑Hillen (LG Ratio Münster) durch. Auch beim Junioren-Länderkampf gegen Frankreich in Baden‑Baden feierte er einen großartigen Sieg, als er den Olympia-Teilnehmer Jean‑Pierre Dusfresne bezwang.
Mit einer persönlichen Bestzeit von 3:46,2 Minuten gehörte Bernd Engelhardt 1968 zum Juniorenkader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes für die Olympischen Spiele in Mexiko City. Die Olympia-Qualifikation verpasste der zweifache deutsche Jugendmeister und vierfache Länderkampf-Teilnehmer jedoch nur knapp. Eine Achillessehnenverletzung beendete schließlich mit 29 Jahren seine aktive Laufbahn. Danach schlug der Dortmunder einen neuen Weg ein: Nach der Schlosserlehre holte er auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nach und studierte Sportwissenschaften und Germanistik für das Lehramt.
Auch Erfolge als Trainer

Bernd Engelhardt engagierte sich erfolgreich in vielen Bereichen (Foto: Middel)
1975 übernahm Bernd Engelhardt beim OSC Dortmund die Trainingsgruppe seines früheren Mentors Dieter Bohl. Als Lehrer und Coach verband er pädagogisches Geschick mit sportlicher Kompetenz, und er hatte den Vorteil, seine Athleten dank eigener Fitness im Training begleiten zu können. Einer seiner erfolgreichsten Schützlinge war Martin Hedtkamp, Deutscher Jugendmeister im Crosslauf 1974 und Deutscher Hallenmeister über 3000 Meter 1976. Dr. Martin Hedtkamp erinnert sich heute gern an die gemeinsame Zeit und an seine eigene Bestleistung von 7:56,6 Minuten, die er 1980 in Troisdorf erzielte. „Wir haben das Gemeinschaftsgefühl in unserer Trainingsgruppe dank unseres Trainers bewusst gepflegt. Es war eine wunderbare Zeit“, sagt der Mediziner rückblickend.
Für beide – Coach und Athlet – ist die Jagd nach Bestzeiten längst Vergangenheit. Doch die Freundschaft ist geblieben, sodass beide immer noch viel gemeinsam unternehmen.
Läuft immer noch 40 Kilometer in der Woche
Zum 80. Geburtstag erlebt man Bernd Engelhardt als jemanden, der nie aufgehört hat, aktiv zu sein. Der frühere Pädagoge, der 30 Jahre am Schwerter Ruhrtal- Gymnasium Sport und Germanistik unterrichtete, gibt ein Beispiel dafür, wie Sport prägt, stärkt und verbindet. Aktuell läuft er noch 40 Kilometer in der Woche. Und so wird er auch in Zukunft noch seine Runden drehen – mit derselben Begeisterung, die ihn schon als kleinen Jungen in einem Dortmunder Innenhof angetrieben hat.
[Peter Middel]