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Hallen-DM in Dortmund: Vorschau auf die Entscheidungen

Luka Herden Hallen DM
Quelle: © Iris Hensel
Luka Herden von der LG Brillux Münster will auch in diesem Jahr weit vorne landen.

Die Deutschen Hallenmeisterschaften 2026 in Dortmund stehen bevor, und mit ihnen der nationale Höhepunkt der Hallensaison! 26 deutsche Meistertitel werden am Wochenende in den Wettbewerben der Frauen und Männer vergeben. Hier kommt eine Übersicht über die Entscheidungen mit aussichtsreicher westfälischer Beteiligung.

60 Meter Frauen: Nachwuchs-Sprinterinnen fordern die Stars

Mit Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar), Sophia Junk (LG Rhein-Wied) und Sina Mayer (LAZ Zweibrücken) sind drei der vier WM-Bronzemedaillengewinnerinnen in Dortmund mit von der Partie. Die Vierte im Bunde, Gina Lückenkemper (SCC Berlin), steht zwar für einen Einsatz mit ihrer Vereinsstaffel zur Verfügung, bestreitet in der Hallensaison aber keine weiteren Einzelrennen. Auch Titelverteidigerin Alexandra Burghardt (Cologne Athletics) konzentriert sich auf den Sommer. Mit Saison-Bestzeiten von 7,23 (Haase), 7,24 (Junk) und 7,26 Sekunden (Mayer) zählt das Bronze-Trio zum Kreis der Favoritinnen. Gefordert werden sie allerdings von gleich mehreren jungen Herausforderinnen, u.a. von der amtierenden westfälischen Meisterin Viola John (LG Brillux Münster; 7,28 sec) und Jolina Ernst (TV Wattenscheid; 7,30 sec).
 

60 Meter Männer: Drei Deutsche Rekordhalter am Start

Er ist über 100 Meter der schnellste Deutsche, hat auch schon die 200 Meter bei den Deutschen Hallenmeisterschaften gewonnen. Doch ein Titel fehlt Owen Ansah noch: der über 60 Meter in der Halle. Das könnte sich am Samstagnachmittag ändern. Dann geht der Sprinter vom Hamburger SV als Gold-Favorit ins Medaillenrennen in der Helmut-Körnig-Halle, die passenderweise nach dem dreimaligen Sprint-Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen benannt ist. Zwar ist Owen Ansah in diesem Winter auf großer Bühne nur beim Meeting in Karlsruhe gestartet, konnte aber mit 6,55 Sekunden (Finale) und 6,59 Sekunden (Vorlauf) zwei Top-Zeiten erzielen. Ebenfalls 6,59 Sekunden ist Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) in diesem Jahr gelaufen. Der Deutsche Rekordhalter über 60 Meter bringt einen Top-Start mit, erreicht aber nicht die Maximalgeschwindigkeit von Owen Ansah. Mit Joshua Hartmann (ASV Köln) ist der dritte deutsche Sprint-Rekordler (200 m) mit dabei. Der Kölner ist bisher in diesem Winter 6,62 Sekunden gelaufen. Vor ihm platziert ist Yannick Wolf (Munich Athletics) mit 6,60 Sekunden. Mit Deniz Almas (TV Wattenscheid 01) lauert ein westfälischer Starter im Windschatten der Favoriten auf seine Chance.

Lokalmatadorin Karolina Haas sorgte 2025 mit der Silbermedaille über 800 Meter für eine Überraschung [Foto: FLVW].


800 Meter Frauen: Vielversprechende Starterinnen aus Westfalen

Die Jahresbeste Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler) hat sich gegen die 800 und für die 1.500 Meter entschieden. So rückt die Deutsche Freiluft-Meisterin Smilla Kolbe (Eintracht Frankfurt) mit 2:01,75 Minuten in die alleinige Favoritenrolle. Nur zwei weitere gemeldete Athletinnen waren in diesem Winter schneller als 2:05,00 Minuten: Tanja Spill (TSV Dormagen; 2:03,34 min), die bereits mehrere gute Rennen gezeigt und 2021 bereits einen DM-Titel in der Halle eingefahren hat. Und die frühere 400-Meter-Spezialistin Alica Schmidt (SCC Berlin). Die Trainingskollegin von Smilla Kolbe ist mittlerweile bei 2:03,99 Minuten angekommen. Zu den nächsten Verfolgerinnen gehören Verena Meisl (TV Wattenscheid; 2:05,36 min) und Karolina Haas. Die Lokalmatadorin von der LG Olympia Dortmund lief Anfang Februar beim Indoor Meeting in der Helmut-Körnig-Halle 2:05,85 Minuten. Im vergangenen Jahr überraschte sie in einem taktischen Meisterschaftsrennen mit Hallen-DM-Silber.
 

1.500 Meter Männer: Marius Probst bereit für den Hattrick

Gleich vier Mittelstreckler kommen mit Saisonbestzeiten unter 3:40 Minuten nach Dortmund. Damit sind die 1.500 Meter äußerst stark besetzt. Dabei ist der Deutsche Rekordhalter gar nicht am Start: Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig) startet über 3.000 Meter und misst sich über die 15 Hallenrunden mit den Langstrecklern. So ist das Rennen um de Medaillen offen. Doch mit Marius Probst (TV Wattenscheid) ist ein Läufer dabei, der speziell bei Meisterschaftsrennen seine Stärken hat. Das hat der ehemalige U23-Europameister schon häufig bewiesen und peilt in Dortmund seinen dritten Titel in Folge an. Mit einer Saisonbestzeit von 3:38,42 Minuten liegt er zwar knapp hinter Hindernisspezialist Karl Bebendorf (Dresdner SC; 3:38,15 min), doch in Sachen Spurtvermögen hat der Wattenscheider bessere Trümpfe in der Hand. Zu gern würde er bei seinem „Heimspiel“ in der Helmut-Körnig-Halle den Titel-Hattrick perfekt machen.

Marius Probst will seinen Titel über 1.500 Meter aus dem vergangenen Jahr verteidigen [Foto: FLVW].

3.000 Meter Frauen: Nele Heymann fordert Favoritinnen heraus

Als Jahresbeste und amtierende Deutsche Hallen-Vizemeisterin ist Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) über 3.000 Meter die Athletin, die es zu schlagen gilt. Mit 9:02,12 Minuten ist sie auf dem Papier mehr als zwölf Sekunden schneller als Katja Bäuerle (VfL Sindelfingen; 9:14,95 min), die Nummer zwei der Meldeliste. Lotte Meyberg (TSV Bayer 04 Leverkusen) hat ihre Bestmarke in diesem Winter um zehn Sekunden nach unten geschraubt und ist nun bei 9:17,88 Minuten angekommen. Titelverteidigerin Lea Meyer (VfL Löningen) ist nicht am Start. Mit einem bemerkenswerten Auftritt in der 3x800-Meter-Staffel hat Leandra Lorenz (Berlin Track Club), im Vorjahr Cross-DM-Zweite auf der Mittelstrecke, am zurückliegenden Wochenende auf sich aufmerksam gemacht. Gut möglich, dass sie beim Saison-Höhepunkt ihre Jahresbestzeit von 9:24,71 Minuten noch einmal angreifen kann. Auch Nele Heymann (LG Brillux Münster), U23-EM-Vierte über 10.000 Meter, ist eine Steigerung ihrer Bestmarke von 9:25,75 Minuten zuzutrauen.


Hochsprung Frauen: Christina Honsel muss erneut passen

Sie sind in den vergangenen Jahren die dominierenden Hochspringerinnen in Deutschland: Christina Honsel (TV Wattenscheid 01) und Imke Onnen (Cologne Athletics). Beide haben schon vier nationale Titel auf ihrem Konto, jeweils zwei davon stammen aus der Halle. Bei Christina Honsel wird leider vorerst kein weiterer hinzukommen. Die Wattenscheiderin musste kurzfristig ihren Start bei der Hallen-DM aufgrund von Fußproblemen absagen. Im vergangenen Winter waren die Favoritinnen ebenfalls andere, doch es triumphierte eine Außenseiterin: Mit einem blitzsauberen ersten Versuch über 1,90 Meter schnappte sich Bianca Stichling (TSV Bayer 04 Leverkusen) den Sieg. Die Titelverteidigerin hat sich in der laufenden Hallensaison wieder in guter Form präsentiert. Zu den Herausforderinnen zählen auch Johanna Göring (SV Salamander Kornwestheim) und Joana Herrmann (SV Teuto Riesenbeck).
 

Hochsprung Männer: Erster DM-Titel für Falk Wendrich?

Als Jahresbester weist der Dritte der Hallen-DM des vergangenen Jahres Falk Wendrich (LAZ Soest) mit 2,21 Meter als Einziger aktuell in Deutschland eine Höhe mit einer Zwei hinter dem Komma auf. Die Konkurrenz liegt gut zehn Zentimeter darunter. Knapp zweieinhalb Jahre nach seinem Kreuzbandriss könnte sich Wendrich endlich den ersehnten Titel sichern. Doch Meisterschaften folgen zumeist eigenen Gesetzen, auf eine One-Man-Show sollte hier keiner setzen. In Abwesenheit des Titelverteidigers Tobias Potye (Munich Athletics) sowie dem Europameister von 2018 Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverkusen) ist die Vergabe der Medaillen offen wie nie. Während Florian Hornig (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Marlon Gräfe (LG Region Karlsruhe) Höhen von 2,12 und 2,11 Meter mit nach Dortmund bringen, folgen in der Meldeliste gleich fünf Athleten mit einer Saisonbestleistung von 2,08 Metern.  
 

Stabhochsprung: Lokalmatador hofft auf Überraschung

Im vergangenen Jahr gingen sie wie bereits 2023 mit einem geteilten DM-Titel unter dem Hallendach nach Hause. Und auch dieses Jahr könnte die Ausgangslage im Stabhochsprung der Männer nicht spannender sein. Sowohl Torben Blech (TSV Bayer 04 Leverkusen) als auch Bo Kanda Lita Baehre (Düsseldorf Athletics) reisen mit einer Saisonbestleistung von 5,70 Metern nach Dortmund – beide sind diese Höhe Ende Januar bei einem gemeinsamen Wettkampf in Cottbus gesprungen. Zu erwarten ist am Samstag nicht nur eine Flugshow der beiden Favoriten, bei der sie sich gegenseitig pushen können, sondern auch ein spannender Wettstreit um Platz drei. Ein Augenmerk dürfte hierbei vor allem auf Lokalmatador Constantin Rutsch (LG Olympia Dortmund; 5,43 m) liegen, der sich vom Heimpublikum beflügelt in einen Höhenrausch schwingen könnte. 
 

Weitsprung: Aushängeschild Mihambo am Start

Ihr Name ist nicht nur ganz eng mit dem Weitsprung verbunden. Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) ist seit Jahren ein Aushängeschild der deutschen Leichtathletik insgesamt. In diesem Winter hat die 32-Jährige bei ihren Meetingauftritten in Düsseldorf und Karlsruhe noch nicht die größten Weiten vorgelegt. Nach einem Trainingsblock ist eine Steigerung das Ziel. Schon zum neunten Mal in Folge könnte dann der DM-Titel in der Halle herausspringen. Eine bemerkenswerte Serie.Laura Raquel Müller (Unterländer LG) möchte sich in Richtung ihrer starken Form der Hallensaison von vor zwei Jahren zurückarbeiten. Die Jahresbeste Libby Buder (TSG Bergedorf) hat schon DM-Silber und -Bronze. Das Leistungsniveau der 22-Jährige hat eine konstant steigende Tendenz. Zu den Herausforderinnen gehören u.a. Tabea Christ (LG Brillux Münster), die im vergangenen Jahr auf Rang fünf landete.


Weitsprung: Luka Herden hat erneut die acht Meter im Visier

Der Weitsprung der Männer macht in diesem Winter besonders viel Spaß. Während der EM-Achte von Rom Luka Herden (LG Brillux Münster) mit starken 8,18 Metern bereits die Hallen-WM-Norm erfüllt und eindrucksvoll vorgelegt hat, nähern sich auch Kevin Brucha (TLV Germania Überruhr; 7,93 m) und der Olympia-Sechste Simon Batz (MTG Mannheim; 7,89 m) der Acht-Meter-Marke immer weiter an. Eine Weite, die auch der Dritte des vergangenen Jahres Simon Plitzko langfristig im Visier hat – einen Satz auf 7,80 Meter hat er in diesem Jahr schon in die Grube gesetzt. Spannung verspricht im Wettkampf auch die neu eingeführte Modifikation entsprechend des aktuellen Standards von World Athletics. So qualifizieren sich die besten zehn Starter im Weitsprung für den vierten Versuch, die Top Acht erreichen den fünften Versuch und nur die Top Sechs dürfen einen finalen sechsten Versuch absolvieren.


Kugelstoß: Olympiasiegerin Ogunleye wieder voll da

Das neue Wettkampf-Jahr hat für Yemisi Ogunleye (MTG Mannheim) wieder bestens begonnen. Mit 19,86 Metern hat die Olympiasiegerin schon wieder an den 20 Metern gekratzt, die sie im vergangen Winter bei der Hallen-DM mit dem bisher weitesten Stoß ihrer Karriere übertreffen konnte. Und zum Auftakt der Titelkämpfe haben die Kugelstoßerinnen die DM-Bühne am Freitagabend wieder für sich. Es ist also alles bereit, dass sich die 27-Jährige weiteres Selbstvertrauen für die Hallen-WM holt. Das möchte auch Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge), der nach dem vergangenen Sommer auch in der Halle ihr erster 19-Meter-Stoß gelungen ist. Diese Leistung auch bei einem Meisterschafts-Wettkampf möglichst in den ersten drei Versuchen zu bestätigen, wäre ganz im Sinne der WM-Finalistin des vergangenen Sommers. Julia Ritter (TV Wattenscheid 01), die nach ihrem Abstecher zum Drehstoß wieder zur Angleittechnik zurückgekehrt ist, ist eine Anwärterin auf Bronze.

Alle Wettbwerbe können im Livestream auf leichtathletik.de verfolgt werden. 


Weitere Informationen:

  • Hallen-DM Vorschau der Frauen
  • Hallen-DM Vorschau der Männer
  • Vorfreude auf Hallen-DM steigt
[leichtathletik.de]

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