Kreisrekord, persönliche Bestleistung und Rang drei in der deutschen Bestenliste: Die Westfälischen Hallenmeisterschaften in der Helmut-Körnig-Halle starteten am ersten von drei Tagen mit einem echten Ausrufezeichen für die LGO Dortmund.
Und dieses Ausrufezeichen war am Sonntag exakt 5 Meter und 43 Zentimeter hoch, übersprang Constantin Rutsch diese Höhe doch in der heimischen Halle und sorgte damit für großen Jubel bei den Dortmunder Leichtathleten.
Den Wettkampf im Stabhochsprung der Herren hatte Rutsch zu diesem Zeitpunkt längst für sich entschieden, selbst seine übersprungene Einstiegshöhe von fünf Meter hätte zum Titelgewinn gereicht. Doch dabei sollte es für den 25-Jährigen an diesem Tag nicht bleiben: 5,15 Meter übersprang Rutsch im zweiten Versuch, stellte mit 5,30 Meter im ersten Versuch seine Hallenbestleitung ein und ließ die Latte anschließend auf eben jene 5,43 Meter legen. „Ich wollte meine vorherige Bestleistung nicht nur um ein oder zwei Zentimeter verbessern und 5,45 wäre zu nah an 5,50 Metern gewesen - also fiel die Wahl auf diese krumme Höhe“, erklärte der Dortmunder, der seit vergangenem Jahr als Landestrainer zudem für den Stabhochsprung-Nachwuchs in Westfalen zuständig ist, nach dem Wettkampf lachend.
Rutsch „wie im Training“
Seine vorherige Bestleistung von 5,40 Meter hatte Rutsch dabei vor eineinhalb Jahren beim renommierten Meeting am bayerischen Tegernsee aufgestellt. Doch auch ohne die spektakuläre Kulisse blieb die Latte am Sonntag gleich im ersten Versuch liegen - oder vielleicht gerade deswegen: „Mein Coach hat mir vor dem Wettkampf mitgegeben, es einfach mal zu machen wie im Training. Genau mit der Einstellung bin ich die Meisterschaften dann auch angegangen, und das hat richtig gut funktioniert“, erklärte der mehr als zufriedene Schützling von LGO-Coach Eike Gruber.
Rutsch schiebt sich dank seiner Leistung auch in der deutschen Bestenliste bis auf Rang drei vor. Vor sich hat er mit Torben Blech und Bo Kanda Lita Baere dabei nur noch die beiden bekanntesten deutschen Stabhochspringer der vergangenen Jahre.
Doch nicht nur Rutsch überzeugte am ersten Tag der Westfälischen Meisterschaften, die ihre Fortsetzung am kommenden Wochenende in der Helmut-Körnig-Halle finden werden. Zwei weitere Titel gingen dabei auf das Konto der Dortmunder Stabhochspringer - die so drei der insgesamt fünf Titel des Tages einsammelten. Zoe Jakob beeindruckte im Wettbewerb der Frauen mit 4,10 Metern, bestätigte noch einmal die B-Norm für die deutschen Meisterschaften und blieb nur einen Zentimeter unter ihrer persönlichen Bestleistung, die wie bei Rutsch mittlerweile eineinhalb Jahre zurückliegt.
Auch dass Jakob bis zu ihrer Siegesmarke alle Höhen im ersten Versuch überquerte, bestätigte Coach Liam Harris in seiner Arbeit. Dahinter komplettierten Regine Bakenecker (vier Meter) und Lea Laux (3,90 Meter) das komplette LGO-Podest.
Spannung in der U18
Einen Krimi gab es dazu im Stabhochsprung der männlichen U18, wo es neben dem Landesmeistertitel auch um die zwei Plätze im Team des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen für den Ländervergleichskampf Mitte März gegen die Teams aus Niedersachsen, Luxemburg, Belgien und die Niederlande ging. Höhengleich setzten sich schlussendlich LGO-Springer Julius Schepeler sowie der Münsteraner Max Wolgast durch, Schepeler verbesserte seine Bestmarke beim Titelgewinn dabei um gleich 30 Zentimeter.
Ebenso mit einem Start beim Länderkampf planen darf Ole Wörmann, der sich über 60 Meter der U18 durchsetzte. Mit 6,97 Sekunden blieb er dabei ein erstes Mal unter der Sieben-Sekunden-Marke und setzte ein Ausrufezeichen rund einen Monat vor den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften. Im Feld der Herren präsentierte sich zudem Niklas Rapp stark, sprintete in 6,87 Sekunden zur DM B-Norm, Ihor Zaiarniy gewann im Dreisprung der Herren mit neuer Bestleistung von 14,09 Metern.
[Ben Duwenbeck]