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Eintracht Dorstfeld nach Achtmeter-Krimi Hallen-Stadtmeister der Frauen

Faustdicke Überraschung bei der 21. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft der Frauen in Hacheney: Nicht der große Turnierfavorit SV Berghofen sicherte sich den Titel, sondern Landesligist DJK Eintracht Dorstfeld. Im Finale triumphierte die Mannschaft von Trainer Markus Schwarz gegen den Tabellendritten der Regionalliga West mit 4:3 im Achtmeterschießen, nachdem in der regulären Spielzeit keine Tore gefallen waren. Im „kleinen“ Finale setzte sich der Wambeler SV ebenfalls nach Achtmeterschießen mit 5:3 gegen Ay Yildiz Derne durch und wiederholte damit seinen Erfolg aus dem Vorjahr.

In einem packenden und am Ende dramatischen Endspiel hatte der SV Berghofen zwar deutliche optische Vorteile und befand sich beinahe permanent in der Vorwärtsbewegung. Doch mit unbändigem Kampfgeist hielten die Dorstfelderinnen großartig dagegen – und sie hatten mit Elena Schmidt eine klasse Torhüterin zwischen den Pfosten, die mit tollen Aktionen beste Chancen vereitelte. Im Achtmeterschießen krönte sie zudem ihre Leistung, als sie den letzten Ball vom Punkt aus verwandelte. Für die Eintracht war es nach 2016, 2017 und 2018 der insgesamt vierte Titelgewinn auf dem Hallenparkett.

Die Enttäuschung im Lager des SV Berghofen war unübersehbar, denn wie im vergangenen Jahr war das Team von Trainer Thomas Sulewski zuvor mühelos und mit einer makellos weißen Weste durch das Turnier marschiert. Im Halbfinale hatte A-Kreisligist Ay Yildiz Derne bei der 1:4-Niederlage zwar lange mitgehalten, doch letztlich setzte sich auch in dieser Begegnung die individuelle Klasse des Regionalligisten durch. Auch Eintracht Dorstfeld überzeugte im zweiten Halbfinale beim 3:0 über den Wambeler SV. Hier war die Entscheidung ebenfalls erst im letzten Drittel gefallen, als Dana Albrecht, Anna Maria Dos Santos Boccolo und Ana Louise Haslsteiner mit ihren Treffern die Finalteilnahme des späteren Meisters perfekt machten.

Vorjahres-Vize Brechten knapp gescheitert – VfB Lünen nicht angetreten
Zu den Überraschungen der Zwischenrunde gehörte der starke Auftritt von Ay Yildiz Derne in der Gruppe 1. Der A-Ligist knöpfte nahtlos an seine guten Leistungen der Vorrunde an und zog nach Erfolgen über Bezirksligist BV Lünen 05 (2:1) und B-Ligist Urania Lütgendortmund (6:1) souverän ins Halbfinale ein. Während sich mit Berghofen (Gruppe 2) und Dorstfeld (Gruppe 3) zwei Favoriten ebenfalls mit jeweils zwei Siegen durchsetzten, ging es in der Gruppe 4 bis zuletzt außerordentlich spannend zu. Nach dem 3:3 im direkten Duell gegen den TV Brechten und dem 4:2-Erfolg der Brechtenerinnen über SuS Hörde sicherte sich der Wambeler SV durch einen 3:0-Sieg über SuS Hörde hauchdünn den ersten Platz. Das Weiterkommen stand allerdings auf des Messers Schneide, als die Hörderinnen in der Schlussminute den Ball an die Querlatte setzten. So aber scheiterte Vorjahresfinalist Brechten hauchdünn.

Im Vorfeld des Turniers hatte sich der VfB Lünen 08 den Unmut des Kreises zugezogen, als der B-Ligist wenige Tage zuvor seine Mannschaft zurückgezogen hatte – und damit weit nach der Abmeldefrist, die am 31. Dezember abgelaufen war. Die Spiele der Lüner in der Gruppe 2 wurden jeweils mit 2:0 für die gegnerischen Teams gewertet. Der Kreisvorstand wird darüber beraten, welche Konsequenzen dieser Rückzug nach sich ziehen wird.

In der Vorrunde setzten sich dann weitgehend die favorisierten Mannschaften durch. Titelverteidiger SV Berghofen, der letztjährige Vizemeister TV Brechten und Ay Yildiz Derne zogen mit jeweils drei Siegen und damit der besten Bilanz in die Zwischenrunde ein. Auch Eintracht Dorstfeld, der BV Lünen 05 – jeweils mit sieben Punkten Gruppenerster – sowie der Wambeler SV (7) und Westfalia Huckarde (5) als Gruppenzweiter blieben am ersten Tag ungeschlagen.

Frühes „Aus“ für Bezirksligist Westfalia Wickede
Dennoch lief nicht alles nach Plan, denn als einziger der vier gestarteten Bezirksligisten musste Westfalia Wickede schon frühzeitig die Segel streichen. Der Klub aus dem Osten der Stadt, Titelträger beim im Jahre 2003 ebenfalls in Hacheney ausgetragenen Turniers, musste sich in der Gruppe 1 mit nur drei Punkten hinter dem BV Lünen 05 und Westfalia Huckarde mit Rang drei begnügen. Freude hingegen beim B-Ligisten Urania Lütgendortmund und bei A-Ligist SuS Hörde, die sich als bester bzw. zweitbester Gruppendritter für die Zwischenrunde am Sonntag qualifiziert hatten. Dort war die Konkurrenz für beide Teams dann aber doch zu stark.

Nach den beiden Tagen in Hacheney zog Turnierchef Gisbert Dankowski ein ausgesprochen positives Fazit: „Alles hat hervorragend funktioniert – vor allem dank der tatkräftigen Mithilfe der Kollegen aus dem Kreis-Schiedsrichter- und dem Kreis-Jugendausschusses unter Federführung von Markus Schanz. Ihnen allen gilt unser ausdrücklicher Dank. Zudem wurde die Fairness auf dem Spielfeld und auf den Rängen groß geschrieben. Und mit insgesamt mehr als 600 zahlenden Zuschauern fanden die Titelkämpfe erneut eine glänzende Resonanz.“ Unterstützt wurde die 21. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft der Frauen von den Partnern Teamsport Philipp, Dortmunder Kronen, Tedi und Getränke Weidlich.

Top-Spielerinnen des Turniers ausgezeichnet
Wie in den Jahren zuvor wurden auch in diesem Winter die Top-Spielerinnen der Titelkämpfe ausgezeichnet. Zur besten Spielerin des Turniers wählte die Jury Annalena Krapp vom SV Berghofen. Bei der Suche nach der besten Torhüterin fiel die Wahl auf Vanessa Schön vom BV Lünen 05. Den Titel der Torschützenkönigin sicherte sich Ramona Stachel vom TV Brechten, die insgesamt zwölfmal einnetzte und auch von den Berghofer Torjägerinnen am Ende nicht mehr einzuholen war. Alle drei Spielerinnen wurden von Sponsor Teamsport Philipp ausgezeichnet.

Die Trainerstimmen zum Turnier
Markus Schwarz (DJK Eintracht Dorstfeld): „Man mag es kaum glauben, aber Berghofen liegt unseren Mädels ganz offensichtlich. Für uns war es schön, den Favoriten ärgern zu können und am Ende war dieser Titelgewinn für uns auch ein toller Prestige-Erfolg. Wir hatten uns den Einzug ins Endspiel zum Ziel gesetzt und als das erreicht war, wollten wir noch mehr. Die intensive Vorbereitung mit vielen Trainingseinheiten in der Halle hat sich ausgezahlt. Die Laufbereitschaft war sicherlich ein Schlüssel zum Titel. Zudem sind wir immer stärker geworden, je länger das Turnier dauerte.“

Thomas Sulewski (SV Berghofen): „Als ranghöchste Mannschaft wollten wir dieses Turnier natürlich gewinnen und lange Zeit sah es ja auch gut aus. Wir haben uns souverän für das Endspiel qualifiziert, es dann aber trotz der Überlegenheit nicht geschafft, den Ball in der regulären Spielzeit im Tor unterzubringen. Dorstfeld hat gut verteidigt und am Ende haben wir uns auch etwas von der hitzigen Atmosphäre auf den Rängen anstecken lassen. Ein Achtmeterschießen ist dann immer eine 50:50-Sache. Ich gratuliere der Eintracht zum Titelgewinn.“

Timo Weißwange (Wambeler SV): „Unser Ziel war vor dem Turnier das Halbfinale. Mit dem erneuten dritten Platz bin ich zufrieden und stolz auf das, was die Mädels geleistet haben. Wir haben es mit sehr starken Gegnern zu tun gehabt und immer alles gegeben. Am Ende waren sie dann entsprechend ein wenig platt. Das war ein schöner Start ins neue Jahr. Jetzt wollen wir in die Bezirksliga aufsteigen und auch im Pokal sind wir ja noch im Rennen.“

Halil Koyuncu (SF Ay Yildiz Derne): „Ich bin sehr stolz auf die Mädels. Insgeheim hatte ich schon darauf gehofft, unter die ersten Vier zu kommen. Als A-Kreisligist haben wir mit dem Halbfinal-Einzug sehr viel erreicht und da spielt es letztlich keine große Rolle, ob wir nun Dritter oder Vierter geworden sind. Wir haben als Team immer dagegen gehalten und als erste Mannschaft in diesem Turnier sogar Berghofen Paroli geboten.“

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