Leichtathletik

Leichtathleten verfügen mit der Anlage in Dortmund-Hacheney über ein weiteres Schmuckstück

Wenn der BVB 09 im Signal Iduna Park spielt, können die Leichtathleten aus Sicherheitsgründen das benachbarte Stadion Rote Erde nicht nutzen. Dies führte in der Vergangenheit immer wieder zu Irritationen.

Dieser Zwist, der in Westfalen gar nicht zu der harmonischen Ehe zwischen den  Fußballern und Leichtathleten passt, scheint nun endgültig der Vergangenheit anzugehören. Am vergangenen Freitag (21. August) wurde nämlich nach fast vier Jahren Bauzeit das neue Leichtathletik-Stadion in Dortmund-Hacheney eröffnet.

Die zweijährige Verzögerung bei der Fertigstellung und die Kostensteigerung von 1,8 auf 3,3 Millionen Euro begründen sich in erster Linie durch den Bau eines Regenrückhaltebeckens unterhalb der Naturrasenfläche, durch die gestiegenen Doponiegebühren  sowie durch zwingend notwendige Verfüllmaßnahmen alter Schächte und Gänge aus Zeiten des oberflächennahen Bergbaus.

Der endgültige Ausbau des neuen Leichtathletik-Schmuckstücks erfolgt noch in zwei weiteren  Stufen. Nachdem die Laufbahn mit ihrer sechs Rundbahnen sowie die Weitsprung- und Kugelstoßenanlagen am vergangenen Freitag ihrer Bestimmung übergeben wurden, wird in der zweiten Ausbaustufe noch eine Trainingsanlage für Werfer (Speer, Hammer und Diskus) und in der dritten Ausbaustufe als Sahnehäubchen noch eine Tribüne errichtet. „Mit dem Stadion Rote Erde, der Helmut-Körnig-Halle, dieser neuen Anlage in Hacheney sowie dem ebenfalls in diesem Jahr an den Start gehenden neuen Leichtathletikstadion in Lanstrop und 16 weiteren Stadien im Stadtgebiet mit gut ausgestatteten Nebenanlagen für die Leichtathletik verfügt diese Kernsportart in Dortmund über eine landesweit einmalige und hochmoderne Infrastruktur“, erklärte Dortmunds Oberbürgermeister,  Ullrich Sierau, bei  der Stadion-Eröffnung in Hacheney. Investitionen in die Infrastruktur für den Breiten-und Spitzensport bilden für Sierau gleichzeitig Investitionen in die Zukunft der Stadt.

Peter Westermann (Bergkamen) war nach der Einweihung der Helmut-Körnig-Halle im Dezember 2019  am vergangenen Freitag bereits  zum zweiten Mal innerhalb von acht Monaten zur Eröffnung einer Leichtathletik-Anlage nach Dortmund gekommen. „Für den Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen ist Dortmund damit ein  ganz wichtiger Standort- nicht nur im Hochleistungsbereich, sondern auch im Breitensport. Kennzeichnend für diese Stadt ist die hervorragende Infrastruktur in der Leichtathletik. Nur wenn man solche Top-Bedingungen wie in Dortmund vorfindet, kann man dort auch erstklassige Wettkämpfe anbieten,“ erklärte der FLVW-Vize-Präsident Leichtathletik.

Durch die neue Leichtathletik-Anlage in Hacheney können die Leichtathleten in Zukunft unabhängig vom Terminplan des BVB 09 ihr Training sieben Tage voll durchziehen. „In Hacheney werden   auch die Herzen der Vereine höher schlagen, denn finden  auf dieser Anlage hervorragende Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten vor. Wir benötigen nämlich neben dem Hochleistungsbereich auch den entsprechenden Unterbau. Mein Dank gilt vor allem Oberbürgermeister Ullrich Sierau, der sich für die Anlage in Hacheney so stark gemacht hat,“ sagte Peter Westermann.

Als Michael Adel vor anderthalb Jahren das Amt des Kreis-Leichtathletik-Vorsitzenden   übernahm, hatte er  nicht damit gerechnet, dass sich die ohnehin schon gute Dortmunder Leichtathletik-Infrastruktur  mit dem Umbau der Helmut-Körnig-Halle und der Fertigstellung der  neuen Anlage in Dortmund-Hacheney innerhalb eines Jahres so schnell noch verbessern würde.  „Die Dortmunder Leichtathletinnen und Leichtathleten  verfügen damit  über ein Zuhause, das einmalig  in Deutschland ist. Die einzigartige Infrastruktur zeigt, welche Bedeutung der Standort Dortmund innerhalb der deutschen Leichtathletik hat.“ betonte Michael Adel.

Dortmunds Leichtathletik-Chef verwies in diesem Zusammenhang auch auf die beiden Leichtathletik-Meetings, die am 11. Juli und am 15. August jeweils  im Stadion Rote Erde unter strengen Corona-Auflagen  durchgeführt wurde. Diese beiden Veranstaltungen, die jeweils knapp 1.000 Athletinnen und Athleten nach Dortmund lockten, bilden seiner Meinung auch einen eindrucksvollen Beleg dafür, welch ein großes Potential in den Dortmunder Vereinen steckt.

Durch die Anbindung der neuen Hacheneyer Leichtathletik-Anlage an das Goethe-Gymnasium, das eine von landesweit 16 NRW-Sportschulen ist, wird eine weitere Marke gesetzt, die kennzeichnend für den Leichtathletik-Standort Dortmund ist. „Dortmund bildet  dank seiner hervorragenden Leichtathletik-Anlagen auch ein Vorbild für andere Städte. Der eine oder andere  Leichtathketik-Verein wird jetzt sicherlich auch  ein wenig neidisch auf uns schauen, aber damit können wir leben,“ befand Michael Adel.

Die Gäste und Festredner kommen in diesem Jahr zur Eröffnung einer weiteren Leichtathletik-Anlage in Dortmund   wahrscheinlich noch einmal zusammen, denn das Leichtathletik-Stadion in Lanstrop steht kurz vor der Fertigstellung.

Text: Peter Middel

Peter Westermann, Ullrich Sierau und Michael Adel durchschneiden das Eröffnungsband (Foto: Peter Middel)

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