Allgemein Leichtathletik

Henrik Lindstrot schafft bei deutschen 10.000m-Meisterschaften in Mainz die Sensation

Der LG Olympia gelang bei den deutschen Meisterschaften über 10000 Meter mit einer Goldplakette und zweimal „Bronze“ ein Einstand in die Bahnsaison nach Maß.

Für eine große Überraschung sorgte der 18jährige Hindernis-Spezialist Henrik Lindstrot (Foto) bei seinem ersten Einsatz über 10000 Meter. Auf den letzten 200 Metern zog er in 26,5 Sekunden der Konkurrenz unwiderstehlich davon und ließ dem Berliner Theodor Schucht und Anas Belfquih aus Wiesbaden keine Chance. Nach hervorragenden 32:59,35 Minuten beendete er sein Debüt. „Ich freue mich riesig über Henriks Leistung. Er hat in diesem Rennen mit viel Geschubse alles richtig gemacht und war im richtigen Rennen hellwach.“, lobte sein Trainer Christof Neuhaus, das Debüt seines Schützlings.  Für ihn war es der erste deutsche Meistertitel als Trainer.

Ich bin noch nicht so viele taktische Rennen gelaufen, und mir fehlt dafür die Erfahrung. Aber ich bin gut drauf und hatte nichts zu verlieren.“, gestand der Sieger. „Als zunächst gebummelt wurde, dachte ich, die wollten mich zur Führungsarbeit verführen. Aber darauf habe ich mich nicht eingelassen.“, sagte er. So konnte er sich auf seine Spurtkraft verlassen. Schließlich steht er über 800 Meter mit rund 1:57 Minuten zu Buche. „Ich wusste, wenn ich auf dem letzten Kilometer noch vorne dabei bin, dann ist alles drin.“

Für ihn als Hindernisläufer kam die „Ziehharmonika-Taktik“ des Feldes genau richtig, denn er ist an ständige Tempowechsel gewohnt.

Seit Henrik Lindstrot Ende 2020 zusammen mit seinem Bruder Lennard zur LG Olympia und zu Christof Neuhaus wechselte, musste er sich im Training umstellen. „Es gab mehr Krafttraining und wir absolvierten mehr Dauerläufe.“ Das wirkte sich positiv aus.  Nun gilt sein Augenmerk wieder den Hindernissen.  Ihn reizt die Teilnahme an den U 20 – Europa-Meisterschaften in Tallinn, wo er allerdings über  die 3000 Meter Hindernis antreten muss. Aber das sollte für ihn kein Problem sein.  Er wünscht sich jedoch, dass sich sein Bruder Lennard, der auf den kürzeren Mittelstrecken zu Hause ist, ebenfalls noch in die nationale Spitze vorarbeitet.

Eine ausgezeichnete Vorstellung gab Maximilian Feist über 10000 Meter der MU 23. Leider verspürte er nach 7000 Meter plötzlich Rückenschmerzen, so dass er das Tempo zurücknehmen musste. Er fand jedoch in das Rennen zurück und wurde Dritter seiner Kategorie. Mit vorzüglichen 30:04,86 Minuten drückte er seinen Hausrekord um über 70 Sekunden, und er darf davon ausgehen, dass ohne seine Beschwerden eine 29er Zeit drin gewesen wäre. Clemens Erdmann litt unter Luftproblemen und gab auf.

Linn Lara Kleine verbessert sich enorm

Ein taktisches Meisterstück lieferte Linn Lara Kleine. Als sich das Feld mit einer kräftigen Tempoverschärfung auseinander zog,  klebte sie an der vielfachen deutschen Jugendmeisterin Lisa Oed  und ihrer  Attacke eingangs der letzten Runde hatte das Mädchen aus Hanau nichts entgegen zu setzen. Mit erstklassigen 34:19,42 Minuten eroberte Linn als Jüngste des Feldes Rang 3 und steigerte sie sich um rund 100 Sekunden. Sie unterbot damit deutlich die Norm für die U 23 – EM im schwedischen Bergen und war überglücklich. „Linn musste in der Schlussphase an ihre Grenzen gehen, und das wird ihr sicher viel Auftrieb geben.“, kommentierte Trainer Ayadi, der überrascht war, dass sie schon zum jetzigen Zeitpunkt diese Leistung ablieferte.

Rahel Brömmel hatte nicht ihren besten Tag erwischt. Als das Tempo über 5000 Meter der WU 20 verschärft wurde, konnte sie nicht mehr folgen und blieb als Achte nach 17:05,50 Minuten unter Wert.  

Text und Foto: Horst Merz

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