Schiedsrichter

Die Regionalliga als Nonplusultra einer Bilderbuchkarriere

Mit dem Aufstieg in die Regionalliga hat Yannick Rupert vom SC Husen Kurl sein selbst gestecktes Ziel an eine Schiedsrichterlaufbahn bereits übertroffen. Er ist ein weiteres Beispiel für die gute Nachwuchsförderung in der Dortmunder Vereinigung. In einem Interview verrät er uns nun nicht nur sein Erfolgsrezept, sondern auch welches Stadion ihn zum staunen bringen wird.

Regionalliga mit 21 Jahren, klingt nach einen Zwischenschritt in einer Bilderbuchkarriere. Würdest du das so
unterschreiben?

Meine Schiedsrichterlaufbahn hätte bis hierhin tatsächlich gar nicht besser laufen können. Der Aufstieg in die Regionalliga kam für mich nun sehr schnell und vor allem nach der langen Saisonunterbrechung auch überraschend. Ich würde sagen, dass ich in den vergangenen Jahren immer zur richtigen Zeit meine Leistung abgerufen habe und nun extrem glücklich bin, Spiele in der Regionalliga leiten zu dürfen.

Erreichst Du nun ein gesetztes Ziel oder wartet auf Dich schon der nächste Aufstieg?

Zu Beginn meiner Schiedsrichtertätigkeit hatte ich mir als Ziel gesetzt, eines Tages in der Oberliga zu pfeifen. Dass ich nun sogar schon in der Regionalliga angekommen bin, ist gerade unter dem Gesichtspunkt für mich das Nonplusultra. Ich möchte weiterhin das Beste draus machen und lasse alles Weitere auf mich zukommen.

Du musst für das Hobby eine Menge Opfer in Kauf nehmen. Wie groß sind die Einschränkungen auf Dein Privatleben?

Große Einschränkungen spüre ich zum jetzigen Zeitpunkt zum Glück noch nicht. Ich merke nur, dass am Wochenende die meiste Zeit für die Schiedsrichterei drauf geht. Aber die investiere ich für das Hobby natürlich liebend gern. Im Alltag vermisse ich aktuell nichts. Ich habe weiterhin viel Zeit für meine Freunde und das Studium.

In jungen Jahren ist es Dir gelungen, eine große Akzeptanz bei abgezockten Spielern und teilweise auch ehemaligen Profis aufzubauen. Wie lautet das Erfolgsrezept?

Das ist eine gute Frage, die ich so pauschal auch gar nicht beantworten kann. Ich denke, dass ich eine nette Art habe, mit der sich die meisten Spieler gut identifizieren können. Manchmal hilft es einfach vernünftig auf Augenhöhe zu kommunizieren, anstatt jede Situation strikt nach dem Regelbuch zu beurteilen. Zusätzlich glaube ich, dass meine Körpergröße eine gute Unterstützung zum Erreichen der Akzeptanz ist.
In den letzten Jahren habe ich ehrlich gesagt aber auch an meiner Kommunikation arbeiten müssen, in der Bezirksliga hatte ich noch ganz anders mit den Spielern geredet. Ab der Landesliga hatte ich durch die Unterstützung der Assistenten eine spürbar veränderte Außenwirkung und sah mich von Jahr zu Jahr neuen Anforderungen gestellt.

Nun geht es zur berühmten Hafenstraße in Essen und auf den Aachener Tivoli. Welches Stadion darf gern noch hinzukommen?

Auf die beiden Stadien freue ich mich natürlich besonders. Ich denke, wenn ich das erste Mal an der Hafenstraße in Essen einlaufen darf, werde ich schon ins staunen kommen. Es gibt aber in der Regionalliga auch noch viele andere schöne Stadien, auf die ich mich freue. Ansonsten habe ich aber keine Checkliste an Spielorten, an denen ich stehen möchte. Auch das lasse ich ganz auf mich zukommen.

Du bist ein Dortmunder Junge. Wie groß ist die Verbundenheit zum Heimatkreis und was für einen Einfluss hat er auf Deine Laufbahn?

In der Dortmunder Schiedsrichtervereinigung habe ich auch abseits des Platzes viele Freunde gewonnen. Ich wurde von Anfang an super in die Gemeinschaft aufgenommen und zu vielen privaten Aktivitäten eingeladen. Wenn man auf der Fahrt zu einem Spiel in Kaan-Marienborn insgesamt drei Stunden im Auto verbringt, ist es für mich sehr viel Wert die Strecke gemeinsam mit meinen Kumpels zurück zu legen.
Erfreulicherweise wurde ich von vielen Personen im Kreis enorm gefördert, ohne sie wäre meine Entwicklung so nicht möglich gewesen. Vor allem bleibt mir hier Timo Gansloweit als langjähriger Freund und Mentor in Erinnerung. Ebenso hat Chris Winter mit seinen großen Erfahrungswerten als Verbandsbeobachter viel Zeit investiert, um aus mir den Schiedsrichter zu machen der ich heute bin. Aber auch den unterschiedlichen Entscheidern in den Ausschüssen, die im Zweifelsfall ihre Stimme für mich erhoben haben, bin ich für ihr Vertrauen und ihren Einsatz sehr dankbar.

Was für eine Bedeutung hat für Dich die Zugehörigkeit zu einem Dortmunder Amateurverein?

Auch meine beiden Vereine haben einen entscheidenden Einfluss an meinem persönlichen Erfolg. Der Kirchhörder SC kam damals aktiv auf mich zu und hat mich zum Anwärterlehrgang angemeldet sowie in meinen ersten Spielen sehr umfangreich betreut. Der SC Husen Kurl konnte mich dann vor allem während meiner Zeit in den Verbandsspielklassen besonders fördern.

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